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Themen

Zielvereinbarung

"Nur wer sein Ziel kennt, kann den Weg finden."

(Griechisches Sprichwort)
 
Zentrales Element der kommunalen Verwaltungsreform und somit des Neuen Steuerungsmodells ist das "Ergebnisorientierte Führen". Mit dem Instrument Zielvereinbarung soll der Anspruch an "Ergebnisorientiertes Führen" umgesetzt werden.      

"Ergebnisorientierung" führt zu einer Veränderung der Blickrichtung: Von der reinen Betrachtung der zu erfüllenden Aufgaben einer Kommune hin zu den Ergebnissen, dem Output, den eine Kommune zu erbringen hat. Erst wenn der notwendige Output einer Kommune geklärt ist, kann über die Aufgaben, die Tätigkeiten nachgedacht werden, die notwendig sind, um diese Ergebnisse zu realisieren. Hier wird auch das Zusammenspiel zwischen Ergebnisorientierung und Funktionalreform sichtbar. Die Antwort nach dem notwendigen Nutzen schaffenden Output leitet sich aus der Politik und den mittelfristigen strategischen Herausforderungen der Kommune ab. Dann sind die Beschäftigten einer Kommune aufgefordert, sich die Frage zu stellen: Mit welchen Ergebnissen können wir in unseren jeweiligen Aufgabenbereichen zur Umsetzung dieser Politik und Herausforderungen einen wesentlichen Beitrag leisten.

"Führen" meint in diesem Zusammenhang: Sage deinen Mitarbeitern weniger, was sie zu tun haben, sondern besprich mit ihnen, was das Ergebnis ihres Tuns sein soll. So ändert sich die Rolle der Führungskraft: Weg von einer hierarchischen Struktur von Befehl und Gehorsam hin zu einer Rolle als Coach. Führungskräfte informieren ihre Mitarbeiter über die zukünftigen Herausforderungen der Kommunde. Die daraus resultierenden Konsequenzen für die eigene Abteilung werden gemeinsam besprochen und Absprachen über die notwendigen zu realisierenden Ergebnisse getroffen. Das MIT-Denken, MIT-Handeln, MIT-Verantworten gewinnt zunehmend an Gewicht.

Zielvereinbarungen sind ein Mittel, um den Anspruch an "Ergebnisorientierte Führung" umzusetzen. Bei der Vereinbarung von Zielen steht die Absprache von Ergebnissen im Fokus, in einem zweiten Schritt dann die Frage, mit welchen Tätigkeiten und Ressourcen die Ziele erreicht werden können. Ein vereinbartes Ziel gibt somit Antwort auf die 4-W-Fragen: WAS und WIEVIEL soll WOMIT und BIS WANN erreicht werden.

Definition:

Zielvereinbarungen werden definiert als persönliche Commitments zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.
Es geht dabei um die zu erbringenden Leistungen (WAS), deren Qualität und Menge (WIEVIEL), die hierzu erforderlichen Ressourcen und Mittel (WOMIT) sowie den Zeitraum der Zielrealisierung (BIS WANN).

Und: Bei Zielvereinbarungen geht es nicht darum, möglichst viele Ziele zu vereinbaren, sondern darum, sich auf wenige, besonders wichtige Prioritäten zu konzentrieren. Es geht um die Ausrichtung und Bündelung der Ergebnisbeiträge aller Mitarbeiter aller Ebenen auf die strategischen Herausforderungen von Land und den Kommunen. Zielvereinbarungen sind somit auch ein Top-Down-Prozess, z.B.:

  

Durch Zielvereinbarungen werden für jeden Mitarbeiter Schwerpunkte in der Weiterentwicklung seines eigenen Verantwortungsbereiches sichtbar. Sinnvoll können Einzel- als auch Teamziele sein.
Unterjährige Meilensteingespräche lassen Abweichungen in der Zielrealisierung erkennen. Sie geben die Möglichkeit, Zielkorrekturen vorzunehmen, für den Fall, dass sich wesentliche Rahmenbedingungen im Laufe des Jahres ändern.
Eine gründliche Ergebnisanalyse am Ende der Zielperiode klärt die Ursachen für eventuelle Abweichungen (positiv und negativ), setzt Verbesserungen in Gang und macht die zukünftige Arbeit effizienter. Sie führt zur Absprache von Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Mitarbeiters einerseits und zur Optimierung der Arbeitsstrukturen (Arbeitsmittel, Prozesse/Abläufe etc.) andererseits, ferner liefert sie solide Anhaltspunkte für Ziele in der Folgeperiode.

Zusammenfassend:

   Durch Zielvereinbarungen ergebnisorientiert Führen

Gute Zielvereinbarungen bewirken somit am Ende, dass Mitarbeiter und Kommune sich schneller weiterentwickeln und bessere Ergebnisse erzielen. Deshalb gilt die Vereinbarung von Zielen heute als unverzichtbar.

Verwandte Begriffe:
Berichtswesen
Commitment Ergebnisorientierte Führung Ergebnisanalyse  Globalsteuerung  Meilensteingespräche Kennzahlen  Kontrakte Motivation  Zielvereinbarungen Ziele

Literatur:
Gebert, D. & Rosenstiel, L. v. (2002). Organisationspsychologie. Stuttgart: Kohlhammer.
Lurse, K. & Stockhausen, A. (2001), Manager und Mitarbeiter brauchen Ziele. Neuwied; Kriftel: Luchterhand.

http://www.olev.de/
Online-Verwaltungslexikon – Management und Reform der öffentlichen Veraltung.
http://www.staat-modern.de/Anlage/original_549672/Praxisempfehlungen-fuer-die-Erstellung-und-den-Abschluss-von-Zielvereinbarungen.pdf
Praxisempfehlungen für die Erstellung und den Abschluss von Zielvereinbarungen im Bundesministerium des Innern und in den Behörden des Geschäftsbereiches des BMI

 

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