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Leistungsanreize

"Die Dinge haben immer nur den Wert, den man ihnen verleiht."

(Jean Baptiste Moliére)
 

Der Begriff Leistungsanreiz ist in seiner Grundbedeutung leicht zu verstehen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind durch bestimmte Anreize motivierter, gute Leistungen zu erbringen. Mit Blick auf die verschiedenen Formen von Anreizen, also etwa Grundgehalt, Prämien, Beförderungen, gute informelle Beziehungen, Verantwortung oder interessante Arbeitsinhalte, wird auch deutlich, dass nicht alle Anreize gleichermaßen wirksam sind oder für alle die gleiche Bedeutung haben. Ob Anreize als Belohnungen empfunden werden, wird letztlich durch die Mitarbeiterin und Mitarbeiter individuell bestimmt.

Allgemein unterscheiden sich Anreize darin, ob sie materiell (Geld) oder immateriell (Lob, Sachprämien etc.) sind und ob sie dauerhaft oder punktuell ausgezahlt werden. Werden mehrere Anreize bewusst miteinander kombiniert, wird dies als Anreizsystem bezeichnet. Anreizsysteme  sind Führungsinstrumente. Voraussetzungen für einen Einsatz als Führungsinstrument sind:

Anreize sollen gute Leistungen belohnen und dadurch zur weiteren Leistungsbereitschaft motivieren. Aber wann ist eine Leistung "gut"?
Dazu muß ein Beurteilungsmaßstab, eine Bezugsgröße geschaffen werden. Anhand dieses Beurteilungsmaßstabes wird die Mitarbeiterin und der Mitarbeiter in ihrer Leistung gewertet. Aus Sicht der Verwaltungsleitung ist es zudem wichtig, abschätzen zu können, ob das Anreizsystem auch tatsächlich so wirkt, wie es wirken soll, z. B.:

Die besondere Situation in der öffentlichen Verwaltung wird durch einen Vergleich mit der Privatwirtschaft deutlich: Die Leitung einzelner Abteilungen und Mitarbeiter ist in der öffentlichen Verwaltung schwerer zu messen. In der privaten Wirtschaft sind in der Regel sowohl die materiellen Leistungsprämien höher wie auch Sanktionsmechanismen stärker ausgeprägt. Leistungsanreize in der öffentlichen Verwaltung entwickeln so keinen mit der privaten Wirtschaft vergleichbaren Leistungsdruck, sie sind oft nur symbolische Anreize.  Erschwerend kommt hinzu, dass die Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf transparente Mittelverwendung haben.

Als kritische Punkte bei der Ausgestaltung der Anreizsysteme werden vor allem genannt:

Auch in Bezug auf die Beurteilung von Leistungen werden in der Praxis einige Problemlagen deutlich. Dies sind vor allem: 

Verwandte Begriffe:
Motivation - Prämien - Anreize

Literatur:
Becker, Fred G. (1995). Anreizsysteme als Führungsinstrument. In: Kieser, Alfred/ Reber, Gerhard/ Wunderer, Rolf (Hg.): Handwörterbuch der Führung. Stuttgart: Schäffer. S. 34 – 46.

Mezger, Erika. Was leisten Leistungsanreize? Ergebnisse einer Recherche zu Leistungsanreizen in der öffentlichen Verwaltung in Deutschland. Veröffentlicht auf den Seiten der Regierungskommission NRW: Zukunft des öffentlichen Dienstes – öffentlicher Dienst der Zukunft.
www.regierungskommission.nrw.de/imnrw/pdf/la151101.pdf

Ridder, Hans-Gerd (2001). Materielle und immaterielle Leistungsanreize. In: Blanke, Bernhard/ von Bandemer, Stephan/ Nullmeier, Frank/ Wewer, Göttrik (Hg.): Handbuch zur Verwaltungsreform. Leske + Budrich, Opladen. S. 213 – 221.
Praxisbeispiel:
www.verwaltungsreform.nuernberg.de/mitarbeiterorientierung/leistungsanreize.html

 

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