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Themen

Führung

"Nur wer die Herzen bewegt, bewegt die Welt."

(Ernst Wiechert)
 

"Wer glaubt, dass Führungskräfte führen, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten."
(Anmerkung einer Führungskraft einer Kommune).

Führung - ein viel diskutiertes und kritisiertes Thema sowohl in Theorie als auch täglich gegenwärtig im beruflichen Alltag - und dies nicht erst seit Beginn der Kommunalen Verwaltungsreform. Aber diese stellt Führung gezielt in den Fokus der Reformbemühungen um Ergebnisorientiertes Führen (s.a. site Zielvereinbarungen), Dezentralisierung, Personalentwicklung, Karriereplanung und Fortbildung (s.a. site PE und Fortbildung), Mitarbeiterbeteiligung (s.a. site Mitarbeiterbeteiligung) etc.

Führung nimmt dadurch eine Sonderstellung ein: Ob die Reformbemühungen ein Erfolg werden, wird maßgeblich dadurch bestimmt, inwieweit es gelingt, die Menschen von dem Nutzen der Reformen zu überzeugen und sie dazu zu bringen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Dies zu erreichen, ist die große Herausforderung der Kommunen an Führung.

So sagt z.B. Reinhard Sprenger: "Was wir brauchen, ist nicht mehr oder weniger Führung. Wir brauchen eine starke Führung, die den Wandel, den Zweifel, das Widersprüchliche begrüßt, die das Individuelle nicht als Bedrohung erlebt, die selbstverantwortliche Menschen schätzt und die Unsicherheit als Chance begreift."

Auch Wottawa und Gluminski betonen: "Die konkrete Arbeit in der Organisation kann nur durch flexible Führungskräfte geleistet werden, die um so erfolgreicher sein werden, je stärker sie sich von einfachen Führungs-Denkbildern lösen und sich statt dessen auf die Komplexität und Individualität des menschlichen Verhaltens einstellen."

Und auch Konrad Stege (Allgemeine Abteilung des Innenministeriums des Landes Schleswig-Holstein) spricht vom "Phantom der idealen Führungskraft".

"Hat sie je irgendjemand erlebt? Auffallend oft ranken sich derartige Lengenden um Personen der Zeitgeschichte oder aus grauer Vorzeit: Feldherrn, Religionsstifter, Genies... Gibt es "ewige Wahrheiten", die uns auch heute helfen können, Führung gut zu gestalten? Was ist überhaupt Führung?"

Die Zitate spiegeln wieder, was unter Führungs-Experten gängige Meinung ist, dass es weder die generell optimale Führungspersönlichkeit (selbstsicher, leistungs- und machtorientiert) noch den optimalen Führungsstil (autorität, demokratisch oder laissez-faire) noch das optimale Führungsverhalten (team- oder personenorientiert) gibt. Man darf also nicht dem Mythos unterliegen, dass es ein für die meisten Mitarbeiter wirksames Motivationskonzept gibt. Vielmehr werden herkömmliche Führungstheorien vom Kopf auf die Füße gestellt: Der Blick zentriert sich nicht mehr auf den Führenden, sondern auf die Geführten.

Demnach ist für

ein unterschiedliches Führungsverhalten gefordert,

da sich Mitarbeiter in

ein und der selben Arbeitssituation unterscheiden.

Führung meint die Fähigkeit

Führung ist kein einseitiger Prozess der Beeinflussung von Mitarbeitern durch Führungskräfte. Vielmehr fährt Führung zweigleisig - auch die Mitarbeiter beeinflussen, wie Führung täglich "abläuft". Die Art der Beziehung zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten beeinflusst somit ganz gezielt, wie engagiert gearbeitet wird, wie Bürgerorientierung gelebt wird, ob man sich um die Optimierung interner Arbeitsabläufe bemüht und welchen Stellenwert die Qualifizierung einnimmt.

Dadurch bleibt Führung kein leeres, philosophisches Geplänkel, sondern wird sehr hart durch bestimmte Instrumente umgesetzt, z. B.: durch die Einführung von Mitarbeitergesprächen, in denen die Personalentwicklung im Vordergrund steht, durch Leistungsbewertungen, aber auch durch Zielvereinbarungen (s.a. site Zielvereinbarungen), Führungskräfte-Feedback sowie den Aufbau bestimmter Informations- und Kommunikationsstrukturen, dem Abbau von Hierarchien und Bürokratie (Dezentralisierung) etc.

So erkennen immer mehr Kommunen, dass ihre bisherigen hierarchischen und bürokratischen Abläufe den heutigen und zukünftigen Anforderungen an Bürgerorientierung und Leistungsfähigkeit der Verwaltung nicht mehr gewachsen sind. Sie starten Prozesse, in denen Mitarbeiter und Führungskräfte gemeinsam über die erfolgversprechende Führung nachdenken. Die Resultate dieses Nachdenkens finden sich in Leitbildern und speziell in Leitbildern zu Führung und Zusammenarbeit und ganz konkret dann in den Instrumenten, die es zu entwickeln und einzuführen gilt, um die im Leitbild beschriebenen Forderungen mit Leben zu füllen.

Weiterführende und verwandte Begriffe:
Arbeitsmotivation Management Organisationswandel Veränderungsprozesse

Literatur:
Kieser, Alfred/ Reber, Gerhard/ Wunderer, Rolf (Hg.) (1995): Handwörterbuch der Führung. Stuttgart: Schäffer.

Ridder, Hans-Gerd & Schirmer, Frank (2001). Führung. In: Blanke, Bernhard/ von Bandemer, Stephan/ Nullmeier, Frank/ Wewer, Göttrik (Hg.): Handbuch zur Verwaltungsreform. Leske + Budrich, Opladen. S. 222 – 231.

Sprenger, R. K. (2002): Mythos Motivation. Frankfurt/Main: Campus Verlag.
Wottawa & Gluminski, (1995): Psychologische Theorien für Unternehmen. Göttingen: Verlag für Angewandte Psychologie

Weiterführende Links und Materialien zur Führung:

Innovationsring Verwaltungsreform des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages. Projektgruppe Personalentwicklung (2003):
>>> Leitfaden zur Bestimmung der Führungskräftekompetenzen und Erstellung eines Anforderungsprofils (Microsoft Word-Dokument 172 KB)


Ausgabe der Zeitschrift transfer vom Juli 2002 zum Thema Führungskompetenz: 
transfer Juli 2002

 

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