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Themen

Arbeitszeitmodelle


"Die Zeit arbeitet nicht für Sie. Sie müssen es selbst tun."

(Handelsblatt)

Arbeitszeiten zu verändern ist kein Selbstzweck, sondern soll helfen, insbesondere den Anspruch an eine verstärkte Bürgerorientierung umzusetzen. Hier ist ein Umdenken erforderlich: Weg von der starren Arbeitszeit hin zu flexiblen Zeitlösungen. Die Gestaltung und Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle verspricht aber nur dann Erfolg, wenn sie sich sowohl an Praxistauglichkeit als auch an Akzeptanz durch die Beschäftigten orientiert. Es sollte eine win-win-Situation angestrebt werden - eine Balance zwischen den Erwartungen der Bürger, den Erfordernissen der Kommune und den Interessen der Mitarbeiter:


Wesentliche Grundtypen flexibler Arbeitszeiten in der öffentlichen Verwaltung sind Teilzeitbeschäftigung, Arbeitszeitkonten, Vertrauensarbeitszeit und Telearbeit.

Auf die Teilzeitarbeit bezogen, betont die Enquetekommission zur Verbesserung der Effizienz der öffentlichen Verwaltung (EKEBÜ), dass das Land eine wichtige Vorreiterfunktion für die Arbeitsplatzflexibilisierung habe. Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat deshalb am 20. Februar 1996 den Beschluss für eine verstärkte Teilzeitarbeit gefasst und darauf hingewiesen, dass alle Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst grundsätzlich teilbar seien. 

Bei der Teilzeit wird ein Stundenbudget in einem festgelegten Zeitraum verteilt. Je länger die Verteilzeiträume sind, desto vielfältiger sind die Ausgestaltungsformen der Teilzeit. Beispiele für den Einsatz von Teilzeitarbeit reichen daher vom verbreiteten Halbtagsjob mit einer täglichen Arbeitszeit von vier Stunden bis hin zur Jahresteilzeit. Teilzeitbeschäftigte werden durch das Teilzeitgesetz (TzBfG) vor Schlechterbehandlung geschützt.

Arbeitszeitkonten eröffnen den Arbeitnehmern innerhalb eines bestimmten Rahmens die Möglichkeit, die Arbeitszeit bei fester monatlicher Entlohnung individuellzu variieren. Dies wird dann längerfristig über einen definierten Ausgleichszeitraum (Monat, Jahr, Leben) mittels Zeitguthaben und Zeitschulden ausgeglichen. Arbeitszeitkonten sind gut geeignet, um kostspielige Überstunden und Mehrarbeit zu vermeiden.

Verbreitete Formen der Zeitkonten sind:

Die Vertrauensarbeitzeit ist in erster Linie dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das vertraglich verabredete Arbeitszeitkontingent selbstständig und eigenverantwortlich erfüllen. An die Stelle der Kontrolle der Arbeitszeit durch Stempeluhren etc. treten in der Praxis oft Steuerungsmechanismen auf Zielvereinbarungsbasis - von der Zeitorientierung zur Ergebnisorientierung (s.a. site Zielvereinbarungen). 

Die Vertrauensarbeitszeit wird auch als äußeres Zeichen eines bestimmten Führungsstils eingeführt und soll dann eine Kultur der Offenheit verdeutlichen. Die Vertrauensarbeitszeit steigert die Eigenverantwortung und die zeitliche Autonomie der Beschäftigten und fördert so deren Engagement und eine Verbesserung der Leistung. 

Allerdings besteht auch die Gefahr von Missbrauch: Überlastung durch Arbeitsverdichtung und so ein ungebremstes Ausnutzen der Mitarbeiter.

Telearbeit bezeichnet die wohnortnahe Arbeit unabhängigvom Standort der Kommune. Die Arbeit erfolgt über räumliche Entfernungen hinweg unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere zur Übertragung der Arbeitsergebnisse an den Arbeitgeber. 

Es werden mehrere Formen der Telearbeit unterschieden:

Telearbeit wird insgesamt mit einer Reihe von Anreizen und Bedenken verknüpft: Motivationssteigerung, verbesserte Arbeitsergebnisse und Produktivitätsgewinne, verbesserte Zeitsouveränität und Vereinbarung von Berufs- und Privatleben sowie Verringerung von Reisekosten und Pendelaufwand werden als positive Effekte genannt. Demgegenüber stehen Hard- und Softwarekosten, Datenschutz und –sicherheit, erhöhter Koordinationsaufwand, veränderte Anforderungen an den Führungsstil, schlechterer Informationsfluss, erschwerte Teamarbeit und zu wenig Kontakt mit Kollegen und Vorgesetzten als mögliche Problemfelder.

Mit der Einführung flexibler Arbeitszeiten werden vor allem folgende Ziele verbunden:


Verwandte Begriffe:
EDV/IT Eigenverantwortung Zeitsouveränität Zielvereinbarungen

Literatur:
Bericht der Landesregierung an den Schleswig-Holsteinischen Landtag vom 09. September 1997: „Moderne Verwaltung in Schleswig-Holstein“

Antoni, C.H.; Eyer, E. & Kutschler, J. (Hrsg.) (2001). Das flexible Unternehmen: Arbeitszeit, Gruppenarbeit, Entgeltsysteme. Wiesbaden: Gabler.

Weiterführende Materialien und Links zu Arbeitszeitmodellen:

Umfangreiche Darstellungen des Themas im Internet und weiterführende Publikationen finden Sie z.B. unter:

http://www.arbeitszeiten.nrw.de/

http://www.best-zeit.de/

http://www.ta-swiss.ch/www-remain/reports_archive/events/haemmerle_update.pdf

http://www.arbeitszeitberatung.de/

 

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