Direkt zum Inhalt , Direkt zum Hauptmenü , Direkt zum Rubrikenmenü

Themen

Produkte

 
"Wer ein Problem definiert,
hat es schon halb gelöst."
(Julian Huxley)

Moderne Verwaltungen sehen sich nicht als Vollzieher von Normen, sondern als Produzent von Dienstleistungen. Das Produkt ist deshalb die zentrale Maßeinheit und Steuerungsgröße im Neuen Steuerungsmodell. Produkte sind die Leistungen der Verwaltung, sie werden nach fachlichen, aufgaben- und zielorientierten Gesichtspunkten zusammengefasst. In die Produktdefinition müssen Inhalt, Leistungsumfang, Leistungsqualität und Zielerreichung eingehen, ebenso die mit der Leistung verbundenen Anforderungen an die Mitarbeiter/innen sowie die dafür benötigten Mittel.

Definition:
"Ein Produkt ist eine Leistung oder eine Gruppe von Leistungen, die von Stellen außerhalb des jeweils betrachteten Fachbereiches (innerhalb oder außerhalb der Verwaltung) benötigt werden." (KGSt-Bericht 1994, S. 11)

Das Produkt wird deshalb häufig als "Output der Verwaltung" bezeichnet. Produkte können sowohl Waren als auch Dienstleistungen sein und nicht nur für den externen, sondern auch für den internen Bedarf erstellt werden. Produkte sind z.B. sie Erteilung einer Baugenehmigung, die Entziehung einer Fahrerlaubnis oder die verwaltungsinterne EDV-Beratung.

Am Anfang steht die Produktdefinition bzw. Produktbeschreibung. Die Leistungen einer Verwaltungseinheit müssen als "Produkt" definiert werden, dafür hat die KGSt folgende Richtlinien aufgestellt:

  1. Optimale Bürgerorientierung anstreben (Nutzerbedürfnisse).
  2. Möglichst viele Leistungen zu einem Produkt zusammenfassen (Handhabbare Produkte).
  3. Leistungen eines Fachbereichs vollständig erfassen (Vollständigkeit).
  4. Ein Produkt nur einem Fachbereich zuordnen (Ausschließlichkeit)
  5. Fachlichkeit sicherstellen.
  6. Eindeutige Zuordnung der Kosten und Erlöse ermöglichen.

Die Produktbeschreibungen sollen umfassen:

Die Produkte sollen zu Produktgruppen und diese wiederum zu Produktbereichen zusammengefasst werden. In kleineren Kommunen reichen Produkte und Produktgruppen.

Erfahrungen zeigen, dass selbst größte Aufgabenbereiche mit 5 Bereichen, die jeweils 5 Gruppen haben, wobei jede Gruppe 5 Produkte umfasst, ausreichen, um die Leistungen umfassend und differenziert genug zu beschreiben. Der Produktplan sollte von oben nach unten entwickelt werden.

Auf der Grundlage der Produkte werden die produktbezogene Kosten- und Leistungsrechnung sowie das Berichtswesen erstellt, es werden Leistungsvereinbarungen getroffen und teilweise wird auch die Budgetierung auf einzelne Produkte bezogen.

Produkte sindInformationsträger für das Controlling. Mit ihnen werden Ist-Zustände abgebildet, Planungsabweichungen aufgedeckt, Ursachen-analysen angestellt und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen in die Wege geleitet. Die standardisierte Aufbereitung der Produkte bietet die Möglichkeit zu Produktvergleichen bezüglich der Qualität, Quantität und Kosten von Produkten.Hier ergeben sich die wesentlichen Ansatzpunkte für eine Steuerung zu mehr Effizienz und Effektivität des Verwaltungshandelns.

Verwandte Begriffe:
Produktbeschreibung • Produktdefinition • Produktplan • Produktbericht • Produktbuch • Produktbereich • Produktgruppen • Produktverantwortung • Verwaltungsleistungen

Literatur:
KGSt-Bericht vom 2.5.1994: "Das neue Steuerungsmodell: Definition und Beschreibung von Produkten."

Spitzer, Malte (2001): Produkte als Informationsträger. In: von Bandemer, Stephan/ Blanke, Bernhard/ Nullmeier, Frank/ Wewer, Göttrik (Hrsg.): Handbuch zur Verwaltungs-Reform. Leske + Budrich, Opladen. S. 376-383

Wommelsdorff, Jörn (1999): Grundzüge der Verwaltungsmodernisierung. In: Praxis der Gemeindeverwaltung. B18, Januar 1999

Koordinierungsstelle für Verwaltungsreform (KStV) Verwaltungsfachhochschule Altenholz (1997): Produktbeschreibungen in der Kommunalverwaltung. Entwicklungsstand und Erfahrungen in Schleswig-Holstein. Workshop am 21. August 1997 in der Verwaltungsfachhochschule Altenholz.

 

Fusszeile